Anregungen, Fragen und Antworten

Auf dieser Seite beantworten wir häufig gestellte Fragen

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Warum können Panzerwiese und Fröttmanninger Heide nicht einfach zum Englischen Garten erklärt werden? Die Stories über seltene Pflanzen und Tiere hat 150 Jahre niemanden interessiert.

Manchmal sind gewachsene Überzeugungen so stark, dass es uns schwer fällt neue Information aufzunehmen. Man freut sich auch nicht unbedingt über jede neue Information oder ist einverstanden mit ihren möglichen Auswirkungen. Die Bürgerbeteiligung Fröttmaninger Heide bietet immerhin eine Chance, Fakten gemeinsam zu prüfen und allen Interessierten leicht zugänglich zu machen. Zu den Fakten gehört z. B. welche Pflanzen, Tiere und Lebensgemeinschaften heute auf der Heide heimisch sind und, ob sie durch Nutzungen beeinträchtigt werden. Wenn es hilft, dann können wir im Rahmen der Bürgerbeteiligung Fröttmaninger Heide auch Experten beiziehen oder wissenschaftliche Studien aus anderen Gebieten suchen.

Bei den Fakten sollten wir uns einig werden, doch welche Schlüsse wir dann daraus für den künftigen Umgang mit der Fröttmaninger Heide ziehen, das darf gerne unterschiedlich gesehen werden und von individuellen Vorlieben geprägt sein. Es wird die Aufgabe der Naturschutzbehörden sein,  geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Erhaltung von seltenen Tierarten und Lebensräumen sicher zu stellen. Wo Vorschläge von Nutzergruppen das bereits integrieren können, dort stehen die Chancen gut, dass die Behörde diese Vorschläge aufgreifen kann.

Werden bis zur Klärung der zukünftigen Regeln Kontrollen durchgeführt oder darf man sich ungestraft auf der Heide bewegen?

Mit der einstweiligen Sicherstellung der Fröttmaninger Heide - Südlicher Teil ist eine Rechtsverordnung in Kraft, in der konkrete Regeln gegeben sind. Die Nichteinhaltung dieser Regelungen kann mit einer Geldbuße belegt werden. In der Rechtsverordnung ist festgelegt, dass die Fröttmaninger Heide nur auf markierten Wegen begangen werden darf bzw. Hunde an der Leine zu führen sind.
Vom Heideflächenverein wurde gemeinsam mit den Naturschutzbehörden ein erstes Wegekonzept erarbeitet. Diese Wege wurden durch eine Fachfirma im Auftrag des Heideflächenvereins von Munitionsresten befreit. Die geräumten Wege wurden mit Holzpflöcken markiert, um sie anschließend für Spaziergänger freigeben zu können. Da diese Markierung jedoch unmittelbar nach dem Einbau wieder herausgerissen wurden, verzögert sich die Öffnung des Gebiets für Besucher. Solange keine markierten Wege bestehen, darf das gesamte Gebiet nicht betreten werden.

Die Einhaltung der Bestimmungen der Schutzgebietsverordnung wird aktuell durch Personal des Heideflächenvereins und durch die Naturschutzwacht des Landratsamtes München überwacht. Sie werden im Bedarfsfall durch die Polizei unterstützt. Zur Intensivierung dieser Überwachung werden die Landeshauptstadt München und der Landkreis München weitere Naturschutzwächter einstellen. Auf diese Weise werden die Information der erholungssuchenden Bevölkerung über die geltenden Regelungen und deren Hintergründe sowie die nötigen Kontrollen zu deren Beachtung gewährleistet.

In der interaktiven Karte ist eine Erholungsfläche am Südrand der Heide ausgewiesen. Bedeutet das, dass der existierende Wall entfernt wird? Welche Konsequenzen hat diese Erholungsfläche für die Anwohner am Südrand der Heide (Schmidbartlanger)?

Der in der Schutzgebietsverordnung als Erholungsfläche ausgewiesene Bereich umfasst die Freiflächen südlich des Walls. Diese sind noch großenteils Bestandteil des FFH-Gebiets, deshalb gelten auch hier die Anforderungen des europäischen Gebietsschutzes. Aufgrund der naturschutzfachlich geringeren Wertigkeit war es dem Verordnungsgeber möglich, die Geltung bestimmter Verbote dort einzuschränken: Z.B. Feuer zu machen, zu grillen, auf der Fläche zu spielen oder zu lagern.
Eine Entfernung des Walls ist aber nicht geplant.
Die Einführung der Flächenkategorie „Erholungsfläche“ signalisiert den Willen des Verordnungsgebers auf die besonderen Erfordernisse von naturverträglicher Erholungsnutzung einzugehen. Für die getroffenen vorläufigen Regelungen gibt es sicher von vielen Seiten, gerade auch was die Fläche südlich des Walls betrifft, noch Diskussionsbedarf. Das informelle Bürgerbeteiligungsverfahren bietet für diese Diskussionen den geeigneten Rahmen. Konkrete Vorschläge und Anregungen für die weitere Nutzung dieser Fläche werden gerne aufgenommen.

Wo kann ich dem Verlauf der Diskussionen folgen und meine Gedanken einbringen?

Zum einen wollen wir mit direkten Rückmeldungen auf Fragen und Anregungen der Bürger arbeiten. Wir meinen, das gibt uns die notwendige Zeit auch einmal ins Detail gehen zu können, denn dafür müssen wir manchmal etwas genauer recherchieren. Wir stellen auch die kritischen Fragen gerne ins Netz. Unser Ziel ist eine hohe Transparenz zu erreichen. Zudem haben wir einen Blog eingerichtet, um eine zügigere Diskussion zu ermöglichen. Wir hoffen, dass die Diskussion respektvoll bleibt auch wenn dort einmal unterschiedliche Sichtweisen aufeinander treffen.

Wie lässt es sich vereinbaren, dass in einem als Naturschutzgebiet ausgewiesenem Gelände gestattet wird, dass dort LKWs Cross Country - Fahrten durchführen dürfen?

Die Fahrten dieser Spezialfahrzeuge sind einen wichtiger Beitrag zum Erhalt von Lebensräumen der vom Aussterben bedrohten Wechselkröte. Die Wechselkröte benötigt weitgehend vegetationsfreie Kleingewässer, die sich rasch erwärmen. Diese entstanden früher während dem Militärbetrieb durch Fahrten mit Panzern im Gelände. Durch die Kombination von Magerrasen und Kleingewässern konnte sich in der Fröttmaninger eine große Population dieser seltenen Art erhalten. Seitdem der militärische Übungsbetrieb eingestellt wurde, entstehen jedoch keine neuen Kleingewässer mehr und die alten wachsen langsam zu oder verschwinden. Dadurch ist ein rasanter Rückgang dieser wertvollen Art in der Heide zu verzeichnen.
Die Wiederherstellung und Offenhaltung dieser Gewässer über andere Maßnahmen der Landschaftspflege wäre sehr teuer. Die Fahrten mit den schweren LKWs sind eine Variante der Landschaftspflege, die keine Kosten verursacht. Die vorhandene Vegetation soll durch die Befahrung zerstört und der Boden verdichtet werden, so dass wieder vegetationsfreie Gewässerbereiche entstehen. Ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz in der Heide. Mehr dazu finden Sie hier.

Besteht, eine grundlegende Kompromissbereitschaft gegenüber Hundebesitzern oder steht das Ergebnis bereits fest? Es gibt doch schon klare Bezirksausschussbeschlüsse gegen Hunde in der Fröttmaninger Heide.

Alle Fragen können offen diskutiert werden, z. B. welche Möglichkeiten Hundebesitzer haben, ihren Hunden einen Auslauf zu ermöglichen, der sowohl den Bedürfnissen der Hunde wie denen der Besitzer entspricht. Beschlüsse des Bezirksausschusses sind für unseren Dialog keine Beschränkung.
Was wir im Dialog suchen, ist nicht ein Entweder-Oder, sondern vielmehr ein: „Wie und wo können wir Interessen zeitlich und räumlich so organisieren, dass es funktioniert? Was tragen die einzelnen Interessengruppen dazu bei?“
Wo es gelingt, einen von allen Interessen getragenen Konsens zu erarbeiten der die Naturschutzziele berücksichtigt, da wird die Behörde sich im formellen Verfahren der Schutzgebietsausweisung leichter tun, dem Konsens zu folgen. Diese Ergebnisse können dann als Bausteine für eine spätere Schutzgebietsverordnung dienen.

Welchen konkreten Einfluss hat das informelle Bürgerbeteiligungsverfahren auf das anschließende förmliche Verfahren zur Schutzgebietsausweisung?

Wir führen mit den beteiligten Bürgern einen ergebnisoffenen Dialog. Am Ende dieses Dialogs können gemeinsame oder mehrheitlich getragene Vorschläge stehen, wie unterschiedliche Nutzungen im Gebiet aus Sicht der Bürger und der beteiligten Fachleute zu vereinbaren sind. Oder die Erkenntnis, dass im Dialogverfahren keine gemeinsamen Sichtweisen und Vorschläge, sondern unvereinbare Interessen bestehen.
Die Bürgerbeteiligung Fröttmaninger Heide hat einen klaren Rahmen: Die Pflicht der für den Naturschutz zuständigen Behörden geeignete Maßnahmen gegen eine Verschlechterung des Gebiets zu ergreifen. Das ist weder für die Behörde noch für die beteiligten Bürger ein Verhandlungsgegenstand, da sich diese Verpflichtung aus übergeordneten nationalen und internationalen Abkommen ergibt.

Wie wird die Landschaft gepflegt, um die wertvollen Lebensräume auch langfristig erhalten zu können (z. B. zur Erhaltung der Rohböden und vegetationsarmen Kleingewässer)?

Für die Pflege der Fröttmaninger Heide trägt der Heideflächenverein Münchner Norden e.V. als Grundeigentümer Sorge. Die Magerrasen werden von einem Schäfereibetrieb beweidet, das Beweidungskonzept ist eng mit den zuständigen Naturschutzbehörden abgestimmt. Auch die Rohbodenflächen sollen über eine Pflegebeweidung offen gehalten werden, hierzu führt der Schäfer auch Ziegen mit in der Herde.
Um die Kleingewässer offen zu halten, werden schwere Lastkraftwägen eingesetzt. Die zu befahrenen Strecken werden gezielt durch die Kleingewässer geführt und zeitlich so abgestimmt, dass das Laichen der Wechselkröten nicht beeinträchtigt wird. Die Lastkraftwagen übernehmen die Funktion der Panzer, die diese Tümpel früher geschaffen haben. Die Befahrung erfolgt im Rahmen von Testfahrten, und ist daher eine kostengünstige Landschaftspflegemaßnahme.

 

Warum müssen Hunde an der Leine geführt werden, gleichzeitig dürfen die Schafherden aber quer über das Gelände ziehen?

Es gibt drei Konfliktfelder mit Hunden:

Zum einen werden Hunde von den meisten wildlebenden Tieren als Jagd- bzw. Raubtier eingestuft. Viele Wildtiere fühlen sich durch die Anwesenheit von Hunden bedroht - unabhängig davon, ob der Hund jagt oder nicht. Dies führt in der Regel zu einem Fluchtreflex, was z. B. während der Brutzeit von Vögeln dazu führen kann, dass diese ihre Nester im Stich lassen, die Eier oder die Jungvögel aufgrund der langen Abwesenheit der Vögel auskühlen und sterben.

Ein weiteres Problem besteht durch die Hinterlassenschaften der Hunde in der Heide. Die Beweidung der Heide durch Schafe ist für den Erhalt der wertvollen Magerrasen unerlässlich. Wird auf eine Beweidung verzichtet, wächst die Heide mit Kiefern und Weiden zu. Die Schafe fressen allerdings kein Gras mehr, das zu stark durch Hundekot belastet ist. Und der Schäfer hat erhebliche wirtschaftliche Einbußen, wenn er nicht garantieren kann, dass das von ihm verkaufte Schaffleisch unbelastet von Hundekot ist.

Zudem gab es auch immer wieder Fälle, in denen Hunde Schafe gehetzt haben. Dies führte auch dazu, dass Schafe zu Tode kamen.

 

Darf man in der Fröttmaninger Heide Fahrrad fahren?

Das Radfahren ist auf entsprechend markierten Wegen erlaubt. Leider sind derzeit keine Wege markiert.
Der Heideflächenverein hat Wege durch eine Fachfirma entmunitionieren lassen und diese markiert. Da die Markierungen jedoch kurz darauf von Unbekannten entfernt wurden, sind aktuell keine Wege mehr freigegeben.

 

Darf man Hunde im Naturschutzgebiet frei laufen lassen?

Konkrete Regelungen zu dem, was im Naturschutzgebiet erlaubt sein wird und was nicht, sollen gemeinsam im Rahmen dieses Bürgerbeteiligungsverfahrens erarbeitet werden.