Workshop Ergebnisse

Feedback-Workshop am 15. Februar 2014

In der Auftaktveranstaltung im Februar 2013 und den sechs ganztägigen Arbeitsrunden im April, Juni und Juli haben mehr als 150 Nutzer der Heide die Bürgerbeteiligung Fröttmaninger Heide aktiv begleitet und ihre Interessen und Lösungsvorschläge in die Diskussion eingebracht. Besonders aus den Tagesveranstaltungen kam eine Reihe von Anregungen, die sich zum Teil gut ergänzen und zum Teil auch im Widerspruch zueinander standen. Karten und weitere Unterlagen zu den Workshops finden zum Einen in der interaktiven Projektkarte sowie unter den Darstellungen der Ergebnisse der verschiedenen Workshop-Tage.

Seit dem Sommer wurde untersucht, wie diese Vorschläge in einer Schutzgebietsverordnung aufgegriffen werden könnten. Die Ergebnisse dieser Analyse wurden am 15. Februar 2014 in einer öffentlichen Tagesveranstaltung vorgestellt und diskutiert.

Die Bürger haben eine Reihe von Anregungen und Kommentare zu den Vorschlägen der Regierung von Oberbayern abgegeben. Sie können auf dem Protokoll zur Veranstaltung nachgelesen werden.
Es wurde beispielsweise klar, dass den Anwohnern die Erhaltung des Zugangspfads bzw. das Betreten im Herbst und Winter durch einen naturschutzfachlich sehr hochwertigen und im Frühling und Sommer sensiblen Bereich im Südosten wichtig ist. Das Erhalten erscheint nur denkbar, wenn der Pfad in sensiblen Jahreszeiten nicht verlassen wird und der hier vorkommende Trockenrasen nicht durch einen Nährstoffeintrag durch Hunde gefährdet wird. Für eine erfolgreiche Umsetzung wäre eine aktive Mitwirkung der Anwohner notwendig.

Das Protokoll von dieser Veranstaltung können Sie hier einsehen (Link Protokoll Feedback-Veranstaltung), dieses beinhaltet auch die Konzeptvorstellung der Regierung von Oberbayern sowie die Rückmeldung der Regierung zu den Anregungen und Wünschen der Bürger aus den vorangegangenen Workshops. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse kann zudem dem aktuellen Newsletter entnommen werden.

Anregungen und Kommentare zu dem vorgelegten Konzept (siehe auch interaktiven Projektkarte) können bis Ende Mai 2014 über die Webseite www.UnsereHeide.de entgegengenommen werden. Abgeschlossen wird die Bürgerbeteiligung Fröttmaninger Heide voraussichtlich im November 2014 mit einer Abendveranstaltung in der die Ergebnisse präsentiert werden.

 

Eine Rückmeldung vom Mediator Kai Elmauer 

Ich bedanke mich ganz herzlich für die engagierte Mitarbeit und die konstruktiven Beiträge, die die an der Fröttmaninger Heide interessierten Anwohner, Behörden und Interessengemeinschaften auch in dieser Veranstaltung eingebracht haben. Sollten wir als Moderatoren etwas übersehen oder einen Beitrag falsch verstanden haben, dann machen Sie uns bitte darauf aufmerksam.
Als Zwischenfazit der Bürgerbeteiligung Fröttmaninger Heide kann festgehalten werden, dass das Engagement der Anwohner im Rahmen der Bürgerbeteiligung Fröttmaninger Heide eine gute Grundlage geschaffen hat. Viele Anregungen der Bürger wurden im Konzept der Regierung aufgenommen. Das ist ermutigend. Einige Details können in den kommenden Wochen noch verbessert werden. Manches kann jedoch nur langfristig umgesetzt werden, z. B. wegen der Munitionsbelastung.
Für die Bürger geht es nun darum, sicher zu stellen, dass ihre Interessen auch nach der Bürgerbeteiligung Fröttmaninger Heide gehört werden - sowohl bei der Umsetzung von Vorschlägen, wie auch bei neuen Entwicklungen in der Fröttmaninger Heide. Ich bin zuversichtlich, dass das gelingen wird, weil einige Bürger zur Tat geschritten sind und den Freundeskreis der Fröttmaninger Heide ins Leben gerufen haben.

 

Aktion Wegefreigabe am 19.10. - ein wegweisender Tag

Es war ein strahlend schöner, sonniger Oktobertag. Und es war eine tolle Stimmung. Ein ganz herzliches Danke an alle Beteiligten, die engagierten Bürger, den Organisator Heideflächenverein und die tatkräftigen Unterstützer aus den Behörden. Sie haben zusammen ein wichtiges Zeichen gesetzt und den Tag zu einem wichtigen Meilenstein gemacht. Mit den Markierungen ist ein neuer Weg eingeschlagen worden, der die Heide langfristig weiter öffnen kann. Der Wert der Aktion liegt auch darin, dass die markierten Wege nun auch im Einklang mit der vorläufigen Sicherstellungsverordnung betreten werden dürfen. Die Wegemarkierungen sind bewusst nicht für die Ewigkeit gemacht, und an manchen mag bald schon der Zahn der Zeit zu nagen anfangen.

Hier finden Sie einen Pressespiegel der Aktion:

 

 

Ergebnisse der Workshops vom 12. und 13. Juli 2013

Erste Ergebnisse zu den beiden Workshop-Tagen vom 12. und 13. Juli können nun auf der Website bereitgestellt werden. Die Veranstaltungen fanden wieder in der Mohr-Villa in Freimann statt. Wir möchten uns nebenbei dafür sehr herzlich beim Team der Mohr-Villa für die freundliche Aufnahme und organisatorische Unterstützung bedanken.

An beiden Tagen haben sich zwischen 20 und 30 Teilnehmer aktiv beteiligt. Die andauernd rege Beteiligung ist ein gutes Signal für das Engagement der Bürger. Die Zusammenarbeit in den Veranstaltungen war offen, respektvoll und konstruktiv. Als Ergebnisse nach sechs Workshops liegen inzwischen vor: Interessen, Lösungsvorschläge und Prioritäten zum Ausgleich von Erholungsnutzung und Naturschutz. Der Fokus der Diskussion war auf dem Spannungsfeld Erholungsnutzung und Naturschutz. Dabei haben wir uns am ersten Tag mit der Bearbeitung der noch offenen Themen beschäftigt. Am zweiten Tag haben wir uns der Vertiefung des Hundethemas gewidmet und offene Fragen aus den letzten Workshops geklärt. Besonders intensiv wurde das Thema Leinenpflicht in der Heide behandelt. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse durch Kai Elmauer steht hier zum Download bereit:  Newsletter August 2013.

Weitere Arbeitsergebnisse aus den beiden Workshop-Tagen sind hier für Sie aufbereitet:

 

Was wir bearbeitet haben

Aufarbeitung der Liste offener Themen - 12.Juli

Für alle noch offenen Themen und Kontextthemen wurden Interessen und Anregungen abgefragt. Die Mehrzahl der Themen wurde dann unmittelbar zur weiteren Verhandlung an die Regierung von Oberbayern und/oder den Heideflächenverein delegiert. Die Themen 'Freiflächen für Kinder' und 'Parken' wurden erst noch vertieft diskutiert und dann ebenfalls delegiert.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Radfahren

Radfahren wurde als Fortbewegung zum Transportzweck definiert und nicht als sportliche Aktivität wie Mountainbiken (siehe nächster Abschnitt).

Als Interesse wurde das schnelle und bequeme Erreichen von Fahrtzielen rund um die Fröttmaninger Heide, das angenehme Fahren abseits von Verkehrsströmen, das Naturerlebnis und das sichere und gute Miteinander mit Fußgängern thematisiert.
Angeregt wurde das Radfahren auf wenige Wege zu beschränken, die ausreichend befestigt und breit genug für das Ausweichen sind, wenn Fußgänger unterwegs sind. Eine Nord-Süd und eine West-Ost Verbindung wurde als Minimum gesehen. Ein Rundweg würde das Naturerlebnis besser ermöglichen.

Das Thema wurde an die Regierung von Oberbayern und den Heideflächenverein zur weiteren Bearbeitung delegiert.

 

Mountainbiking

Im Gegensatz zum Radfahren wurde Mountainbiking als sportliche Betätigung auch abseits von Wegen definiert.

Sportliches Mountainbiking wurde wesentlich kritischer bewertet als Radfahren zur Fortbewegung. Es steht im Widerspruch zu dem Sicherheitsgefühl beim Spazierengehen und wird als Belastung für Flora und Fauna gesehen. Trotz der kritischen Grundhaltung wurde angeregt das freie Fahren im Gelände für Kinder und Jugendliche zu erlauben.

 

Joggen

Als Interesse wurden Förderung des Wohlbefindens durch gesunde Bewegung genannt.

Angeregt wurde die Beschränkung des Joggens auf geeignete Wege.

Das Thema wurde an die Regierung von Oberbayern zur weiteren Bearbeitung im Rahmen der Abstimmung der endgültigen Schutzgebietsverordnung delegiert.

 

Skilanglauf

Interessen waren u. a. die landschaftliche Weite und Abwechslung erleben.

Anregungen beinhalteten das Anlegen von gespurten Loipen für klassischen Stil und Skating, sowie Tiefschneeareale für Cross Country zu haben.

Das Thema wurde an die Regierung von Oberbayern zur weiteren Bearbeitung im Rahmen der Abstimmung der endgültigen Schutzgebietsverordnung delegiert.

 

Lagerfeuer und Partys

Als Interesse für Lagerfeuer und Partys wurde das gemeinsame Feiern in Gruppen identifiziert, das auch mit einem hohen Geräuschpegel verbunden sein darf. Ein gegensätzliches Interesse ist das Bedürfnis nach Ruhe von Anwohnern und Besuchern der Heide zu Tages- und Nachtzeiten.

Die Anregungen waren vielfältig und beinhalteten Argumente für und gegen angelegte Feuerstellen, die Idee einen Bereich für Lagerfeuer auszuweisen der Sicherheit vor außer Kontrolle geratenden Feuern bietet und abseits der Wohnbereiche liegt, um eine Lärmbelästigung zu vermeiden. Während Infrastruktur für Lagerfeuer relativ breite Unterstützung fanden, stießen Plätze für Partys auf Ablehnung.

Das Thema wurde an die Regierung von Oberbayern zur weiteren Bearbeitung im Rahmen der Abstimmung der endgültigen Schutzgebietsverordnung delegiert.

 

Geocaching

Die Interessengruppe war nicht im Workshop vertreten. Als Pro-Interesse wurde das spielerische Zurechtfinden in der freien Natur identifiziert. Überwiegend wurde die Aktivität als ein Widerspruch zu Naturschutzaufgaben und Sicherheitsfragen (Munition im Boden) gesehen.

Anregungen beinhalten das Ausgrenzen der Aktivität oder die Einbindung im Rahmen von Umweltbildung um Multiplikatoren und Unterstützer für den Erhalt der Fröttmaninger Heide zu finden.

Das Thema wurde an die Regierung von Oberbayern (NSG Verordnung) und den Heideflächenverein (zur Prüfung einer möglichen Einbindung in die Umweltbildung) delegiert.

 

Modellfliegen

Die Interessengruppe war im Workshop nicht anwesend. Als Pro-Interesse wurde die Fortführung einer langjährigen Nutzung und das spezifische Interesse nach geeignetem hindernisfreiem Flugraum identifiziert. Als gegensätzliches Interesse wurden Bedürfnis nach Ruhe und Naturschutzziele (Schutz der Bodenbrüter) genannt.

Die Anregungen spannten den Bogen von Belassen der Aktivität, zu Einschränkungen bei Flugraum oder Flugzeiten und komplettem Ausgrenzen der Nutzung. Bei einem Belassen der Nutzung wird eine Aufklärung der Interessengruppe empfohlen.

 

Cross Golfen

Als Interesse pro Golf wurde die Möglichkeit zu kostengünstigem Spiel anerkannt.

Insgesamt wurde dem Naturschutz und anderen Erholungsinteressen (unter anderem der Sicherheit vor fliegenden Golfbällen) ein deutlicher Vorzug gegeben. Die Anregungen konzentrieren sich auf ein Ausgrenzen dieser Aktivität in der Heide.

Das Thema wurde an die Regierung von Oberbayern zur weiteren Bearbeitung im Rahmen der Abstimmung der endgültigen Schutzgebietsverordnung delegiert.

 

Motocross

Als positives Interesse wurde das Erleben von Freiheit und Abenteuer identifiziert. Als entgegenstehende Interessen wurde das Bedürfnis nach Ruhe und Naturschutzziele (z.B. Schutz der Bodenbrüter) genannt.

Die Anregungen decken sich darin diese Aktivität aus der Fröttmaninger Heide auszugrenzen.

Das Thema wurde an die Regierung von Oberbayern zur weiteren Bearbeitung im Rahmen der Abstimmung der endgültigen Schutzgebietsverordnung unter Einbeziehung des Heideflächenverein delegiert.

 

Bienenhalten

Das Sonderthema Bienenhaltung wurde nur kurz behandelt. Die Teilnehmer hatten wenig Informationen über Auswirkungen und Bedürfnisse von Honigbienen und Wildbienen. Die Beiträge und Anregungen sollten daher vor allem als Stimmungsbarometer gesehen werden.

Die Teilnehmer waren der Bienenhaltung gegenüber relativ aufgeschlossen, legten aber Wert auf den Vorrang von Naturschutz vor kommerziellen Interessen.

Nach einer kurzen Diskussion wurde angeregt den Wildbienen Vorrang einzuräumen. Soweit keine Konkurrenz zwischen Honig- und Wildbienen herrscht, findet Bienenhaltung an geeigneten Plätzen Unterstützung durch die Erholungssuchenden.

 

Umweltbildung

Das Interesse an Umweltbildungsangeboten ist groß. Eine Vielzahl von Angeboten wurde gewünscht und mit dem Wunsch nach einer informativen aber nicht belehrenden Beschilderung verbunden.

Anregungen betreffen Themen, Aktionen und Zielgruppen der Umweltbildung, sowie die Chance über die Umweltbildung auch Multiplikatoren und Unterstützer für den Erhalt der Fröttmaninger Heide zu finden.

Das Thema wurde an den Heideflächenverein delegiert, der es unter Beteiligung von interessierten Bürgern bearbeiten wird.

 

Landschaftspflege

Als Interesse wurden Naturschutzziele (z. B. Erhalt von Laichgewässern der Wechselkröte) und die Erhaltung des offenen Landschaftscharakters genannt.

Als Anregungen wurden die Fortführung der LKW Fahrten, fortgesetzte Gehölzentfernung, sowie weitere technische Maßnahmen genannt. Die Zusammenarbeit mit freiwilligen Helfern, Beschilderung und Öffentlichkeitsarbeit wurden begleitend empfohlen.

Das Thema wurde an den Heideflächenverein zur weiteren Bearbeitung delegiert.

 

Müll

Das grundlegende Interesse war die Heide ohne Müll und Hinterlassenschaften erleben zu können.

Anregungen beinhalteten schnelles Wegräumen des Mülls, gemeinsame Aktionen mit Bürgern (Ramadama), Müllbehälter an strategischen Punkten, sowie Aufklärungsarbeit.

Das Thema wurde an die Regierung von Oberbayern, den Heideflächenverein und die Landeshauptstadt München zur weiteren Bearbeitung delegiert.

 

Tierschutz

Das Thema stellte sich als zu wenig konkret heraus. Als Interesse wurden die Erhaltung der Fröttmaninger Heide identifiziert. Dabei wurden unterschiedliche Denkmodelle zu Ökologie angesprochen, die die Integration des Menschen oder die Erhaltung eines wünschenswerten Zustands (ökologisches Gleichgewicht) betonen.

Die Thematik war insgesamt zu wenig präzise. Die den Teilnehmern zur Verfügung gestellten Informationen reichten nicht aus, um detaillierte und fundierte Anregungen zu geben. Einige Anregungen zu Maßnahmen des Tierschutzes dürften einer strengen fachlichen Prüfung daher nicht standhalten.

Das Thema wurde an die Regierung von Oberbayern zur weiteren Bearbeitung im Rahmen der Abstimmung der endgültigen Schutzgebietsverordnung delegiert.

 

Andere Kontextthemen Siedlungen, Panzerwiese. Kontrolle und Windkraftanlagen

Entwicklung und Planung neuer Siedlungen, Regelungen auf der Panzerwiese. Einhaltung und Kontrolle von Regelungen, sowie Windkraftanlagen wurden kurz als Kontext besprochen. Das Fotoprotokoll zeigt Details.

 

Lenkung durch attraktive Wegenamen

Aufbauend auf den Gedanken aus den Workshops im Juni hat ein Bürger einen Vorschlag für Wegenamen eingebracht. Die Namen signalisieren gleichzeitig Attraktionen und sensible Schutzgüter (z.B. Feldlerchenweg, Wechselkrötenweg, etc.). Die Markierung könnte reduziert werden auf Pfosten an Wegekreuzungen mit großen Feldsteine am Rand der Wege in größeren Abständen. Der Vorschlag wurde prinzipiell mit Zustimmung aufgenommen, aber die Namen im Workshop nicht abgestimmt.

 

Zwei Themen wurden im Workshop vertieft bearbeitet 'Freiflächen für Kinder' und 'Parken'.

Freiflächen für Kinder

Spielmöglichkeiten für Kinder wurden als wichtiges Thema gesehen. Als Interessen wurde das kombinierte Natur- und Spielerlebnis, kreative Entfaltungsräume, und Freiräume ohne direkte Aufsicht angesprochen.

Die Anregungen konzentrieren sich darauf Kindern das Betreten von relativ siedlungsnahen Flächen im südlichen Wald und den daran nach Süden angerenzenden Bereichen zu erlauben ohne dort den natürlichen Charakter der Landschaft zu verändern. Auch Sicherheitsfragen (Munition, Hunde) spielen eine wesentliche Rolle.

Das Thema wurde im Workshop sehr intensiv diskutiert und danach an die Regierung von Oberbayern zur weiteren Bearbeitung im Rahmen der Abstimmung der endgültigen Schutzgebietsverordnung delegiert.

 

Parken

Das Thema wurde als wichtiger Kontext detailliert behandelt. Als Interessen wurde das Bedürfnis von Anwohnern nach Ruhe identifiziert und die Sorge das Gebiet durch Parkplätze für zusätzliche Besucher attraktiv zu machen und damit den Zustrom von Besuchern weiter zu steigern.

Angeregt wurde auf bestehenden Parkplätzen abseits von den Siedlungen eine beschränkte Anzahl von Stellplätzen für Heidebesucher auszuweisen. Als gute Standorte wurden Parkplätze beim Amateurgelände des FC Bayern, an der Ingolstädter Straße, bei der Helmholtz-Anlage und der alten Bundesstraße im Nordwesten genannt. Der Heideflächenverein ist bereits mit dem Helmholtz Zentrum im Gespräch.

Das Thema wurde im Workshop intensiv diskutiert und an Regierung von Oberbayern und Heideflächenverein zur weiteren Bearbeitung delegiert. Auch diese Aufgabe würde von einem aktiven und gut organisiertem Freundeskreis Fröttmaninger Heide profitieren, der das Thema als Bürgerinitiative auf die öffentliche Tagesordnung bringen kann.

 

Rückfragen zu bisher gehörten Vorschlägen - 13. Juli

Auf der interaktiven Karte können in Kürze alle Ergebnisse aus den Gruppenarbeiten betrachtet werden. Spezifische Teilaspekte können dort besser erkannt werden, weil Elemente nach Wunsch ein oder ausgeblendet werden können.
Daneben stehen Zusammenfassungen der Ergebnisse als Bild-Dateien zum Downlaod bereit:

Die Fotoprotokolle zeigen die gesammelten Vorschläge in der Form, wie sie im Workshop erarbeitet worden sind.

 

Diskussion Leinengebot

Vor- und Nachteile eines Leinengebots wurden intensiv diskutiert und mit Erfahrungen aus der Hundemeile in Unterhaching verglichen, die von Frau Fritz, Umweltberaterin der Gemeinde Unterhaching vorgestellt wurde. Folgende Einsichten haben sich ergeben:

 

  • Für Hundeführer ist die freie Bewegung mit ihrem Hund ein wesentliches Interesse. Das Interesse wird mit einem angeleinten Hund nicht befriedigt, weil der Hund zu wenig Bewegungsraum bekommt. Das geübte Zusammenspiel von Besitzer und Hund kann sich nicht entfalten. Der Hund kann sein Repertoire an Gehorsam und Kontakt halten mit seinem Rudelführer nicht ausspielen.
  • Wenn ein Wegegebot gilt und Hunde an der Leine geführt werden, ist das Urinieren und die Kotablage auf das direkte Umfeld der Besitzer eingeschränkt. Der Nährstoffeintrag würde sich daher auf eine begrenzte Fläche konzentrieren.
  • Auch das Urinieren verursacht durch den Nährstoffeintrag Probleme.
  • Ohne Leinengebot könnten Hunde ihre Geschäfte abseits der Wege verrichten. Wegen der Munitionsbelastung ist es auch eine Frage der Sicherheit, ob Kot dort eingesammelt werden soll und darf.
  • Selbst mit dem Wissen der Hundeführer, wo der Kot liegt, ist noch nicht gesagt, dass diese Hinterlassenschaft auch aufgesammelt wird. Dazu bedarf es einer eigenen sozialen Norm. Es gibt einen breiten Konsens, dass diese Norm etabliert werden soll. Das Richtmaß ist dabei immer der Hundeführer, er muss die soziale Norm befolgen.
  • Menschen, die Angst vor Hunden haben, empfinden es als sicherer, wenn sie Hunde an der Leine sehen.
  • Grundsätzlich können Hundeführer ihren Hund auch ohne Leine kontrollieren, etwa um ihn am Weg oder fern von anderen Menschen zu halten. Nicht alle Hundeführer mögen jedoch in der Lage dazu sein oder immer konsequent genug handeln.
  • Hunden, die ständig an der Leine sein müssen, fehlt die Möglichkeit zur Sozialisierung mit anderen Hunden und Menschen. Die Zahl der Hunde mit auffälligen Verhaltensweisen würde zunehmen, wenn Hunde ständig an der Leine bleiben müssen.

Die Fröttmaninger Heide kann ein Vorbild für den respektvollen Umgang von Hundeführern und anderen Nutzern sein, wenn die Hundeführer Eigenverantwortung beweisen dürfen und ihr gerecht werden. Dazu gehört, dass Hundeführer sicher stellen, dass Hunde sich anderen Menschen nicht nähern, Schafe und Wildtiere nicht behelligt werden, Hunde während der Brut- und Laichzeit von sensiblen Bereichen fern bleiben und Kot aufgesammelt wird.

Bei einer geteilten Verantwortung bleibt es dem Augenmaß der Hundeführer überlassen, mit welchen Mitteln diese Ziele erreicht werden. Anleinen kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Doch ausreichender Auslauf und regelmäßige Gehorsamsübungen sind ebenfalls ein wichtiges Element für eine dauerhaft erfolgreiche Umsetzung.

Ein pauschales Leinengebot erscheint auf der ersten Blick als technisch "sichere" Variante. Es ist ausgerichtet an Hundeführern mit wenig Einsicht oder Fähigkeiten und auch geeignet für wenig gehorsame Hunde. Als Pauschallösung birgt das Leinengebot jedoch auch gravierende Nachteile: Es geht auf die zentralen Bedürfnisse der Hundehalter nicht ein, es unterbindet das Üben mit und das Festigen des Gehorsams bei Hunden. Langfristig wird damit die Wahrscheinlichkeit von nicht angemessenem Verhalten von Hunden erhöht. Ein allgemeiner und allgegenwärtiger Leinenzwang ist zudem eine drastische und für Hunde und ihre Besitzer tief eingreifende Maßnahme, die zur Missachtung dieser und anderer Regeln in der Fröttmaninger Heide herausfordern kann.

Hunde an die Leine zu nehmen kann jedoch durchaus akzeptabel sein, wenn es mit Augenmaß und Einverständnis der Hundeführer geschieht. Eine Anleinpflicht oder Empfehlung in bestimmten Bereichen, zu bestimmten Zeiten oder in bestimmten Situationen erschien im Workshop vermittelbar und akzeptabel. Zu den in der Veranstaltung diskutierten Situationen gehören sensible Bereiche und Zeiten für Flora und Fauna, Kinderspielbereiche, unübersichtliche Bereiche und Situationen wo Spaziergänger und Radfahrer Hunden begegnen. Die Arbeitskarten vom 13. Juli geben Hinweise wo solche Situationen wahrscheinlicher sind. Eine detaillierter Vorschlag kann in den kommenden Wochen ausgearbeitet und zur Diskussion gestellt werden.

 

Gemeinsames Zwischenfazit zum Workshop und dem Stand des Verfahrens

Zum Ende des Workshops wurde die Stimmungslage zum Fortschritt der Bürgerbeteiligung Fröttmaninger Heide abgefragt. Die Stimmung war positiv, mit lobenden Worten für das Engagement der Regierung von Oberbayern und der Landeshauptstadt München. Auch die Atmosphäre der Zusammenarbeit wurde als sehr konstruktiv gelobt - die hitzige Auseinandersetzung im vierten Workshop war offensichtlich überwunden. Eine offene Frage blieb, ob die Bürgerbeteiligung Fröttmaninger Heide die Leute erreicht, die zu Problemen beitragen.

Gemessen an den von Teilnehmern am Morgen des Workshops geäußerten Erwartungen sind eine Menge von konkreten - und zum Teil auch widersprüchlichen - Vorschlägen und Wünschen auf dem Tisch, die die Regierung von Oberbayern gehört hat. Hinsichtlich tragfähiger und akzeptabler Kompromisse zeichnet sich eine Richtung ab, viele Details liegen aber noch nicht vor.

 

Eine Rückmeldung vom Mediator Kai Elmauer

Nach sechs Workshops liegen eine Reihe von Lösungsvorschlägen auf dem Tisch. Nicht alle Anregungen sind deckungsgleich, manche stehen offensichtlich im Widerspruch untereinander oder zu Aufgaben des Naturschutzes. Die Vielfalt der Vorschläge mag auf den ersten Blick verwirrend erscheinen. Es zeichnet sich jedoch ein klarer Kern an Lösungsansätzen ab.

  • Die besten Lösungen bauen auf einer gemeinsamen Verantwortung der Nutzer, Behörden und des Heideflächenvereins auf.
  • Nicht jeder Wunsch wird sich sofort erfüllen, aber eine schrittweise Verbesserung und Öffnung zeichnet sich ab.
  • Die gemeinsame Basis für alle Lösungen ist der respektvolle und sorgsame Umgang mit den Naturjuwelen, den gleichgesinnten Nutzern und den Freunden der Heide die andere Interessen verfolgen.

Mit Ausdauer und Herzblut haben sich viele Bürger für die Erhaltung der Fröttmaninger Heide engagiert. Dafür bin ich Ihnen allen sehr dankbar. Es war nicht immer leicht, und es hat Zeit in Anspruch genommen, die Ihnen sonst für andere wichtige Dinge zur Verfügung gestanden hätte. Ihr Einsatz verpflichtet uns die guten Ansätze zu einem erfolgreichen und für alle Beteiligten guten Abschluss zu bringen.

Sollten wir als Moderatoren etwas übersehen oder einen Beitrag falsch verstanden haben, dann machen Sie uns bitte darauf aufmerksam.

 

 

Ergebnisse der Workshops „Zugang“ und „Hunde“ vom 21. und 22. Juni 2013

Auch die beiden Veranstaltungen im Juni fanden inder Mohr-Villa in Freimann statt. Am ersten Tag, den 21. Juni wurde das Thema "Zugang" vertieft. Am zweiten Tag, den 22. Juni haben wir uns dem Thema "Hunde in der Heide" gewidmet. 

An beiden Tagen haben sich wieder etwa 30 und 40 Teilnehmer aktiv beteiligt. Die dauerhaft hohe Beteiligung ist ein wichtiges Signal für das Engagement der Bürger und die Bedeutung der Fröttmaninger Heide.

Die Zusammenarbeit in den Veranstaltungen war auch diesmal sehr engagiert. Die Teilnehmer bevorzugen Gruppenarbeiten an Arbeitskarten. Stellenweise wurde die Diskussion hitzig. Dennoch konnten eine Reihe von vielversprechenden Lösungsansätze erarbeitet werden. Erste Ergebnisse aus den beiden Workshop-Tagen können Sie sich hier anschauen:

 

Eine Zusammenfassung der Inhalte durch Kai Elmauer können Sie hiernachlesen.
Den Redebeitrag von PAN zu den sensiblen Bereichen in der Fröttmaninger Heide finden Sie hier.

 

Was wir bearbeitet haben

Vertiefung Thema 'Zugang' - 21. Juni

Zur Vorbereitung der Gruppenarbeit wurden die besonders sensiblen Bereiche in der Fröttmaninger Heide vorgestellt. Die Details hierzu können Sie in der Präsentation nachlesen:

Bevor in die Gruppenarbeit eingestiegen werden konnte, wurde von den Teilnehmern folgende Frage gestellt:

Können wir im Rahmen der Bürgerbeteiligung Fröttmaninger Heide Vorschläge zum Gebiet nördlich der Autobahn machen?

Antwort: Nein, das Umfeld nördlich der Autobahn liefert nur Kontext, der uns zur Information dient. Der nördlich der Autobahn gelegene Teil ist ebenfalls FFH Gebiet und daher sind seltene Arten und Lebensräume auch dort zu schützen. Die Ansprechpartner dort sind die Bundeswehrverwaltung und Deutschland. In der Bürgerbeteiligung Fröttmaninger Heide sind es die Regierung von Oberbayern und der Heideflächenverein als Grundbesitzer, beide haben die Bürger zum Gedankenaustausch eingeladen.

Gruppenarbeiten zu Lösungsansätzen

Die naturschutzfachlichen Empfindlichkeiten unterscheiden sich deutlich je nach Jahreszeit. Wir haben daher den relativ sensiblen Zeitraum Frühjahr bis Sommer mit dem Brutgeschäft der Vögel und der Laichzeit der Kröten getrennt bearbeitet von den weniger sensiblen Zeiten in Herbst und Winter. Die Ergebnisse zu diesem Thema finden sie hier.

Erkenntnisse aus der Diskussion der Lösungsansätze (Auszug)

  • Eine Zusammenfassung der Ansätze zu zwei Jahreszeiten erscheint sinnvoll. Die sensible Zeit ist Frühling - Sommer, Herbst und Winter sind weniger sensibel.
  • Die Aktion Wegefreigabe wird weiter verfolgt. 14 km Wege sind bereits entmunitioniert und könnten mit einer entsprechenden Markierung zur Benutzung frei gegeben werden. Das ist eher der Anfang und nicht das Endergebnis. Weitere Wege könnten geräumt werden, wenn Finanzierung dafür geklärt werden kann. Offene Fragen können mit dem neu eingerichteten Blog diskutiert werden.

Verbreitung der Ergebnisse und Einbindung weiterer Nutzer
Die Zahl der beteiligten und engagierten Personen soll dauerhaft erweitert werden. Die Teilnehmer können Botschafter dafür sein und Interessengruppen, Nutzer und Paten dafür gewinnen. Ein Freundeskreis Fröttmaninger Heide oder ähnliches könnte helfen dem Ganzen eine dauerhafte Struktur zu geben. Bereits beteiligte Interessengruppen wie die IG Hund bieten Ihre Unterstützung bei der Verbreitung von Informationen an.

 

Thema 'Hunde' - 22. Juni

Eine Vielzahl von Erwartungen existiert zum Thema Hunde. Unter anderem wurde erwartet, dass gemeinsam tragbare Lösungen gefunden werden, ein Verständnis für den Naturschutz und das Ausführen von Hunden in der Fröttmaninger Heide geschaffen wird. Die vollständige Liste aller Erwartungen findet sich im Fotoprotokoll zum Workshop.
Auch die naturschutzfachlichen Empfindlichkeiten hinsichtlich der Hunde unterscheiden sich je nach Jahreszeit. Wir haben daher den relativ sensiblen Zeitraum Frühjahr bis Sommer mit dem Brutgeschäft der Vögel und der Laichzeit der Kröten getrennt von den weniger sensiblen Zeiten in Herbst und Winter. Da einige Arbeitsgruppen lieber detailliert am Frühjahr/Sommer statt an allen Jahreszeiten arbeiten wollten liegen nun mehrere Arbeitskarten pro Saison vor.

Erkenntnisse aus der Diskussion der Lösungsansätze (Auszug)

  • Zeitlich und örtlich begrenzte Maßnahmen könnten helfen, auf die unterschiedlichen Anforderungen in jeder Saison oder zu bestimmten Tagen einzugehen. Als Beispiel könnten während der Beweidung der Schafe in einem Teilareal dort Schilder aufgestellt werden, die Hundebesitzer rechtzeitig aufmerksam machen. Grundsätzlich sollten Hunde ausreichenden Abstand zu den Schafen halten.
  • Der Sensibilisierung und Aufklärung kommt ein großer Stellenwert zu. Hier können der Heideflächenverein und Interessengruppen zusammenarbeiten.

 

Eine Rückmeldung vom Mediator Kai Elmauer

Ich bedanke mich ganz herzlich für die engagierte Mitarbeit und die vielen Beiträge, die die an der Fröttmaninger Heide interessierten Anwohner, Behörden und Interessengemeinschaften auch in diesem Arbeitsabschnitt eingebracht haben. Ich bin sicher, wir werden im Laufe der nächsten Wochen und Monate noch mehr dazu lernen. Sollten wir als Moderatoren etwas übersehen oder einen Beitrag falsch verstanden haben, dann machen Sie uns bitte darauf aufmerksam.

 

Die nächsten Schritte: Weitere Lösungsansätze am 12. und 13. Juli

Am Freitag, den 12. Juli werden wir diskutieren, wie ein Ausgleich zwischen anderen, bisher nicht bearbeiteten Erholungsnutzungen und Bedürfnissen des Naturschutzes aussehen könnte. Dabei werden wir auch die Liste der bisher unbearbeiteten Themen prüfen und festlegen, was innerhalb der Workshops und was durch andere Methoden bearbeitet werden kann. Am Samstag, den 13. Juli vertiefen wir noch einmal speziell die Lösungsansätzen rund um das Thema "Hunde".

 

Wer kann an der Bürgerbeteiligung teilnehmen?

Wir freuen uns über jeden, der mitarbeiten will. Geben Sie uns Anregungen und stellen Sie uns Fragen. Wenn Sie bisher noch nicht mit uns gesprochen haben, dann nehmen Sie doch bitte kurz über die Webseite UnsereHeide.de oder per Post an Kai Elmauer, elmauer institute, Hauptstr. 29, 85399 Hallbergmoos mit uns Kontakt auf.

 

Sie sind ganz herzlich eingeladen!

Die Veranstaltungen beginnen um 10:00 Uhr und enden spätestens um 17:00 Uhr. Veranstaltungsort ist die Mohr-Villa in Freimann, Situlistraße 75, 80939 München. Wir sorgen für eine kleine Auswahl an Getränken und belegten Broten.

Es wäre schön, aber es ist keine Voraussetzung, dass Sie an beiden Tagen dabei sein können. Wir halten die Türen weit offen, Sie können auch gerne dabei sein, wenn Sie nur einen halben Tag Zeit haben. Wir werden die Ergebnisse des ersten Tages zu Beginn des zweiten Tages kurz vorstellen, so dass alle Teilnehmer den gleichen Informationsstand haben.

Um die Veranstaltung vorbereiten zu können, bitten wir Sie sich anzumelden. Am einfachsten geht das auf der Webseite UnsereHeide.de.

 

 

Ergebnisse der Workshops „Beteiligung“ und „Zugang“ vom 26. und 27. April 2013

Die ersten beiden Tagesveranstaltungen fanden in der Mohr-Villa in Freimann statt. Die Themen waren „Beteiligung“ am 26. April und „Zugang“ am 27. April 2013.

 

Die Ergebnisse im Überblick

An beiden Tagen haben sich zwischen 30 und 40 Teilnehmer aktiv beteiligt. Die hohe Beteiligung ist ein bemerkenswertes Signal für das Engagement der Bürger und die Bedeutung der Fröttmaninger Heide. Die Zusammenarbeit in den Veranstaltungen war offen und sehr konstruktiv.

Als erste Ergebnisse liegen vor: Spielregeln für die Zusammenarbeit in den kommenden Workshops, eine Reihe von Einsichten in Interessen und das Selbstbild der Nutzer, eine Momentaufnahme zur aktuellen Nutzung aus einer Schneespurenkartierung im Februar, sowie Einsichten und Lösungsansätze zum Ausgleich von Erholungsnutzung, Naturschutz und Sicherheitsaspekten wegen der Munitionsbelastung.

Die Präsentation können Sie hier ansehen bzw. herunterladen:

Die Fotoprotokolle der beiden Veranstaltungstage, die die Ergebnisse im Detail zeigen, finden Sie hier.
Eine Zusammenfassung der Inhalte durch Kai Elmauer können Sie hier nachlesen.

 

Was wir in der Veranstaltung am 26. April zum Thema „Beteiligung" gehört haben

Das Fotoprotokoll dieses Veranstaltungstages mit allen gesammelten Ergebnissen finden Sie hier.

Unsere gemeinsamen Spielregeln für die Zusammenarbeit in den Veranstaltungen

  • Ausreden lassen
  • Sachlich argumentieren
  • Emotionen zulassen
  • Sich kurz fassen (der Moderator unterstützt dabei)
  • Jede Meinung achten und ernst nehmen
  • Offen argumentieren
  • Am Thema bleiben
  • Auf Ergebnisse orientieren
  • Zuhören und nachvollziehen 

Der strukturierte Arbeitsprozess

Wir werden jedes Thema in drei Schritten bearbeiten: Erst die Interessen klären, dann Lösungsmöglichkeiten suchen. Darauf aufbauend, werden wir in einem dritten Schritt prüfen, wie gut die Lösungsmöglichkeiten alle von uns erkannten Interessen befriedigen und, wie sie von anderen Interessengruppen gesehen werden könnten.

Rechtlicher Rahmen

In der Präsentation „Der rechtliche Kontext und der Bezug zum Ausweisungsverfahren“ stellte Frau Kettermann-Troeger (Regierung von Oberbayern) dar, wie die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung in die Verordnung für ein Naturschutzgebietes einfließen.

Die zu bearbeitenden Themen

Die Liste der bisher gesammelten Themen wurde ergänzt:

  • Beteiligung der lokalen Bevölkerung (bearbeitet am 26. April)
  • Rolle und Verhältnisse zwischen Akteuren (bearbeitet am 26. April)
  • Zugang zum Gebiet und die Bedeutung für die Naherholung (bearbeitet am 27. April, und weiter in Bearbeitung)
  • Hunde
  • Motocross
  • Lagerfeuer, Partys
  • Modellfliegerei
  • Geocaching
  • Maßnahmen zur Landschaftspflege, insbesondere die LKW Fahrten
  • Müll
  • Kontrolle von Regelungen
  • Tierschutz (speziell Krähen)
  • Naturkundliche Erfassungen (z.B. Pilze)
  • Neubausiedlungen
  • Regelungen und ihre Kontrolle
  • Lärm und Schmutz und Parken
  • Cross-Golfen
  • Joggen
  • Mountainbiken
  • Kinder und Jugendliche frei im Gelände
  • Bienenhaltung
  • Drachen
  • Grünanlagenversorgung (als Kontext)
  • Nachbarschaft zur Panzerwiese (als Kontext)

 

Ein kurzer Ausflug ins Tal der Schatten

Es war bemerkenswert, wie schnell uns Maßnahmen eingefallen sind, die alles ganz schlimm machen würden. Unter anderen waren folgende Rezepte für ein Desaster dabei: an einen Investor verkaufen, ein Gewerbegebiet ausweisen, alles erlauben, oder, alles verbieten.

Eine Umfeldanalyse zur Fröttmaninger Heide

Die Anwohner und Nutzer sehen sich als direkt betroffen aber wenig einflussreich, wenn es um die Zukunft der Fröttmaninger Heide geht. Ihre Beziehungen zu anderen Akteuren sind oft angespannt.
Allgemein gilt, wo Beziehungen nicht belastbar sind, da muss Vertrauen erst geschaffen werden. Die Bürgerbeteiligung Fröttmaninger Heide kann das unterstützen.  

Das Selbstbild der Anwohner

Einerseits ist den Anwohnern klar, dass sie die Fröttmaninger Heide nach den Regelungen in der vorläufigen Schutzgebietsverordnung nicht betreten dürfen. Sie tun es trotzdem. Wenn sie dann von der Naturschutzwacht kontrolliert werden, dann wird das als unangenehm erlebt. Wie kommt es dazu?

Die Anwohner sehen sich im moralischen Recht die Fröttmaninger Heide in Anspruch zu nehmen. Weil dieser Zustand bereits Jahre andauert, wird das Betreten der Heide und das Übertreten der Regelungen als Gewohnheit erlebt. Die Wahrnehmung von unerfüllten politischen Versprechungen und einem Engpass bei Naherholungsgebieten liefern weitere Begründungen. Das Risiko durch die Munitionsbelastung wird nicht als real erlebt.

Die Auswirkung der Nutzungen auf die Naturgüter werden als relativ gering eingeschätzt. Die Zunahme des Nutzungsdrucks wird anderen Besuchern zugeschrieben, die von weiter her kommen.

(Kommentar: Das Selbstbild gibt uns wichtige Hinweise, wo Lösungen ansetzen können. Das Selbstbild muss dafür nicht unbedingt real oder faktisch beweisbar sein. Dieses Selbstbild muss auch nicht von jedem Anwohner genau so gesehen werden. Selbstbilder haben oft irrationale Elemente. Oft werden negative Trends externen Faktoren zugerechnet, während positive Trends als Ergebnis eigener Anstrengungen interpretiert werden.)

Wie funktionieren soziale Normen?

Ein kurzer Blick auf die Wirkungsweise von sozialen Normen hat das Zusammenspiel von Verantwortung und Freiheit näher beleuchtet. Eine soziale Norm definiert, was in einer sozialen Gruppe als „das richtige Verhalten“ angesehen wird und wie sehr diese Norm tatsächlich gelebt wird. In der Fröttmaninger Heide gibt es eine Reihe von sozialen Normen, die unterschiedlich stark sind. Für die Befürworter einer starken Norm wird das Missachten der Norm durch andere Menschen als ärgerlich erlebt. Persönlichen Vorlieben oder Freiheiten müssen bei starken Normen zurückstehen. Ein Beispiel: Müll in der Fröttmaninger Heide - Sie könnten es wahrscheinlich nicht erfolgreich mit Ihren persönlichen Vorlieben begründen, dass Sie ihren Müll dort ablegen dürfen.  Eine schwache Norm hat dagegen eher den Charakter von Beliebigkeit. Als Beispiel: Das Betreten der Fröttmaninger Heide durch viele Nutzer.

Für die Bürgerbeteiligung Fröttmaninger Heide ergibt sich die Empfehlung starke Normen zu schaffen, die das Verhalten der Nutzer regeln. Dabei ist einen Beschränkung auf das Wesentliche angeraten. Je weniger Normen, desto besser.

Welche Möglichkeiten zur Beteiligung stehen den Bürgern offen?

  1. Die Webseite UnsereHeide.de ist unsere zentrale Nachrichtenbörse. Sie bietet Bürgern die Möglichkeit Fragen zu stellen, Anregungen zu geben, und die stets aktuellsten Informationen zu bekommen. Hier ist auch die E-Mail info@UnsereHeide.de eingerichtet, die einen direkten Draht zu den Moderatoren der Bürgerbeteiligung herstellt.
  2. Der mobile Informationsstand war im Gebiet unterwegs, um das Gespräch im öffentlichen Raum (an den Zugängen zur Fröttmaninger Heide, bei Einkaufszentren in der Region, bei Vereinsveranstaltungen etc.) zu fördern. Lassen Sie uns wissen, wenn dazu noch ein weiterer Bedarf besteht.
  3. Die thematischen Veranstaltungen sind die intensivste Form des Gedankenaustauschs. In eintägigen Workshops bearbeiten wir Themen, die Bürgern wichtig sind.
  4. Die Bürgerbeteiligung Fröttmaninger Heide wird intensiv von den örtlichen und überregionalen Medien begleitet. Um unsere Diskussion zu bereichern können Sie auch Leserbriefe schreiben.
  5. Auf Wunsch von Bürgern bieten wir diesen Newsletter an. Sie können ihn über die E-Mail info@UnsereHeide.de bestellen und abbestellen.

 

Was wir in der Veranstaltung am 27. April zum Thema „Zugang" gehört haben

Das Fotoprotokoll dieses Veranstaltungstages mit allen gesammelten Ergebnissen finden Sie hier.

Welche Interessen gibt es zum Thema Zugang?

Die Interessen spannen einen weiten Rahmen: Von der Ruhe und Entspannung, dem Interesse am Schutz der Natur, bis zur Vielfalt an Erlebnissen und Interessen an der Fröttmaninger Heide. Das Fotoprotokoll zeigt die gesammelten Interessen im Detail.

Präsentationen

Folgende Präsentation, die Sie sich hier ansehen bzw. herunterladen können, haben stattgefunden:

 

Lösungsansätze - aus der Gruppenarbeit in vier Arbeitsgruppen

Aus der Vielzahl aller Vorschläge, die in ihrer Gesamtheit dem Fotoprotokoll zu entnehmen sind, wurde durch die Teilnehmer eine Auswahl getroffen, die im Workshop auf ihre sofortige Umsetzbarkeit geprüft wurde. Auch die anderen Vorschläge werden in den kommenden Veranstaltungen weiter diskutiert werden.

Zonierung unterschiedlicher Nutzungen – 25 Stimmen
Der Vorschlag fand breite Zustimmung. Es wurde aber deutlich, dass zur Bestimmung der Zonen noch weitere Diskussionsbedarf besteht. Die Bearbeitung des Vorschlags wurde deshalb auf den kommenden Workshop vertagt.

Informationen an den Eingängen – 13 Stimmen
Es wurde vorgeschlagen mehrsprachige Informationen an den Eingängen zum Gebiet aufzustellen und Karten anzubieten. Auch dieser Vorschlag fand breite Zustimmung. Es wurde aber deutlich, dass zur Bestimmung der Botschaften und der Zugangsregelung noch weitere Diskussionsbedarf besteht. Die weitere Bearbeitung des Vorschlags wurde deshalb ebenfalls vertagt.
Aufbauend auf diesem Vorschlag wurde eine weitere Idee geboren. Es gibt in der Fröttmaninger Heide Wege, die bereits auf Kosten des Heideflächenvereins von Munition geräumt wurden und, wenn sie markiert wären, auch nach der gültigen vorläufigen Schutzgebietsverordnung betreten werden dürften.
Die Idee ist, diese Wege vorübergehend neu zu markieren. Mit einer solchen Aktion müssten die Nutzer nicht darauf warten bis eine endgültige Lösung für den Zugang und die Markierung gefunden und umgesetzt ist. Es kann auch noch weiter darüber gesprochen werden, welche anderen Wege oder Flächen aus Sicht der Nutzer zugänglich gemacht werden sollten.
Diese Markierungsaktion soll einen öffentlichen Charakter haben und dabei helfen, den durch das Herausreißen der Markierungspfosten gerissene Gesprächsfaden wieder aufzunehmen. Die Markierungspfosten könnten persönliche Botschaften der Bürger tragen, die erklären, warum sie die Patenschaft für einen Markierungspunkt übernommen haben. Das Ziel der Aktion ist nicht eine dauerhafte Lösung umzusetzen, sondern Raum und Entspannung für einen Dialog zu schaffen, um im Rahmen der Bürgerbeteiligung Fröttmaninger Heide und der Verordnung des Naturschutzgebietes eine für alle Seiten brauchbare Lösung zu finden.
Diese Art der Markierung muss dann auch nicht unbedingt von Dauer sein. Es könnte sein, dass im Rahmen der Bürgerbeteiligung Fröttmaninger Heide oder bei der Ausweisung des Naturschutzgebietes eine bessere Lösung gefunden wird.

(Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie Interesse haben sich als Pate für einen Markierungspfosten zu engagieren. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf.)

Neuer Zugang im Westen – 10 Stimmen
Dieser Vorschlag wurde mit sehr großer Zustimmung aufgenommen. Er war bereits vor der Veranstaltung im Gespräch und die Umsetzung ist bereits eingeleitet. 

Wege erhalten, aber nicht ausbauen – 10 Stimmen
Der Vorschlag fand Zustimmung. Es wurde aber deutlich, dass auch hier noch weiterer Diskussionsbedarf besteht. Es gibt unterschiedliche Wege (von Wirtschaftswegen bis zu Trampelpfaden) und ebenso unterschiedliche Ansprüche an ihren Zustand. Die Bearbeitung des Vorschlags wurde deshalb auf den kommenden Workshop vertagt.

 

Eine Rückmeldung vom Mediator Kai Elmauer

Ich bedanke mich ganz herzlich für die engagierte Mitarbeit und die konstruktiven Beiträge, die die an der Fröttmaninger Heide interessierten Anwohner, Behörden und Interessengemeinschaften bisher eingebracht haben. Ich bin sicher, wir werden im Laufe der kommenden Wochen und Monate noch weiter dazu lernen. Sollten wir als Moderatoren etwas übersehen oder einen Beitrag falsch verstanden haben, dann machen Sie uns bitte darauf aufmerksam.

Drei Punkte aus diesen Veranstaltungen haben mich besonders beschäftigt. Zum Ersten, das starke Engagement. Es wurde schon deutlich in der regen Teilnahme an den beiden Veranstaltungstagen - eine Reihe von Anwohnern hat sich einen Tag Urlaub genommen, um am Freitag die Spielregeln für unsere weitere Zusammenarbeit zu definieren.

Besonders aufgefallen ist mir auch, wie Anwohner am Freitag in souveräner Weise mit uns erkundet haben, welches Selbstbild sie haben, wenn sie die Fröttmaninger Heide für sich in Anspruch nehmen, und, wie sie Kontrollen dort erleben. Diese Offenheit hat uns ein besseres Verständnis dafür ermöglicht, wo gute Lösungen ansetzen können.

Der dritte Punkt, der mich sehr beeindruckt hat, ist die Zivilcourage der Anwohner und ihre Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen. Als wir am Samstag darüber diskutiert haben, wie der durch das Herausreißen der Markierungen gerissene Gesprächsfaden wieder aufgenommen werden kann, hat eine Gruppe von Bürgern entschieden eine besondere Patenschaft zu übernehmen. Für Holzpfosten, die ihren persönlichen Aufruf zum Gedankenaustausch tragen und Bereiche markieren, welche bereits auf Kosten des Heideflächenvereins von Munition geräumt wurden und daher von jedem gefahrlos betreten werden könnten. Mit markierten Wegen könnten künftig auch Bürger, die sich an die bestehenden Regelungen der vorläufigen Schutzgebietsverordnung halten wollen, die Fröttmaninger Heide betreten. Darin sehe ich ein Zeichen von Fairness. Es wurde auch darüber gesprochen, dass diese Markierung mit Holzpfosten nicht unbedingt von Dauer sein muss. Darin sehe ich ein Zeichen von Weitsicht und die Bereitschaft einen ersten Schritt hin zu einer Verbesserung zu wagen.

Zusammenfassend meine ich, der Respekt vor anderen Meinungen und der offene Gedankenaustausch waren die Schlüssel für das erfolgreiche Zusammenarbeiten an beiden Tagen. Die von den Beteiligten im Workshop definierten Spielregeln für unsere Zusammenarbeit betonen das Zusammenspiel von Freiheit und Verantwortung. Das ist eine gute Grundlage auf der wir weiter arbeiten können. Damit sind gute Lösungen zu finden, sowohl für die Menschen, die die Fröttmaninger Heide zur Erholung brauchen, wie für die Tiere und Pflanzen, von denen einige dort ihre letzte Zuflucht gefunden haben.

 

 

Ergebnisse der Auftaktveranstaltung vom 23. Februar 2013

Die Regierung von Oberbayern plant die Fröttmaninger Heide – Südlicher Teil als Naturschutzgebiet auszuweisen. Die Bürger sind schon jetzt in einem informellen Beteiligungsprozess eingebunden, also noch bevor das förmliche Verfahren beginnt. Gemeinsam mit den Bürgern sollen Lösungsansätze zur Erhaltung der Fröttmaninger Heide erarbeitet werden.
Die Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung fand am 23. Februar von 18:30 bis 20:30 Uhr in der Ludwig-Maximilians-Universität statt. Das Ziel der Auftaktveranstaltung war:

  • den Hintergrund für die geplante Schutzgebietsausweisung zu erläutern,
  • den Ablauf und die Beteiligungsmöglichkeiten im Verfahren vorzustellen,
  • Fragen und Anregungen der Bürger zu sammeln und zu erfahren, wer im Verfahren beteiligt werden möchte.

Etwa 130 Bürger sind zur Veranstaltung gekommen. Sie haben in der ersten Stunde Informationen über die Aufgabe der Naturschutzbehörden und den Zweck und den Ablauf der Bürgerbeteiligung gehört. Danach haben Sie Fragen und Anregungen in einer etwa einstündigen Podiumsdiskussion eingebracht. Die Anregungen und Fragen sind unten aufgeführt.

Zudem haben 102 Teilnehmer der Auftaktveranstaltung Fragen und Anregungen in dem ausgehändigten Fragebogen abgegeben. Die Abschrift der Anregungen und Fragen aus dem Fragebogen finden Sie hier.

Die Präsentation können Sie hier anschauen bzw. herunterladen:

Eine Zusammenfassung zu den Inhalten der Auftaktveranstaltung durch Kai Elmauer können Sie hier nachlesen.